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Hypnose und Wissenschaft

Hypnose funktioniert. Das beweisen nicht nur erfolgreiche Show- und Bühnenhypnosen. Wirkungsweise und Langzeitwirkung von Hypnose wird seit langem wissenschaftlich untersucht und immer wieder bestätigt. Auf Basis vieler empirischer Untersuchungen seit über 80 Jahren wurden immer effektivere, differenziertere Behandlungskonzepte erarbeitet, die das Behandlungsspektrum der Hypnose stetig erweitern.

Die Hypnoseforschung heutzutage beschäftigt sich eingehend sowohl mit Gehirnforschung als auch mit Verhaltensforschung.

Die moderne Hypnoseforschung

Die Hypnose-Forschung der heutigen Zeit widmet sich empirischen Untersuchungen über die Effektivität von Hypnose in Medizin und Psychologie. Die Forschung erstreckt sich auch über Untersuchungen zur Kognition und allgemeiner Gehirnphysiologie. Sie bezieht Auswirkungen auf Therapieformen und veränderte Denkansätze in der psychotherapeutischen Arbeit mit ein.

Hypnose sichtbar gemacht

Neue Techniken und bildgebende Verfahren ermöglichen die bildhafte Darstellung der Gehirntätigkeit unter Hypnose. Mittels Brainmapping (auch: QEEG), einer speziellen Form des EEG, lassen sich die Gehirnfrequenzen und die Aktivitäten einzelner Hirnabschnitte unter Hypnose bildhaft darstellen. Mit Hilfe dieser Verfahren werden neue Methoden entwickelt, um die Physiologie des Gehirns noch effektiver im Einsatz von Hypnose einzubeziehen.

Hypnose in der Psychosomatik und Verhaltenstherapie

Die „Milton-Erickson-Gesellschaft für klinische Hypnose“ (MEG) gehört zu den bekannten und anerkannten Forschungsinstituten für Hypnose in Deutschland. Die MEG untersucht den Einfluss angewandter Hypnose in der Psychosomatik und bei nach ICD-10 klassifizierten Krankheitsbildern. Die Verhaltenstherapie mit integrativer Hypnose erzielt in allen Evaluationen eine besonders hohe Erfolgsquote.

Die MEG führte mehr als 200 Studien durch, die die Effektivität von Hypnose-Therapie darlegen. Bei psychosomatischen Krankheitsbildern stellten sich nach durchschnittlich fünf Sitzungen bei den Patienten Beschwerdefreiheit und eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität innerhalb weniger Wochen ein.

Hypnose in der Analgesie und Anästhesie

Mit EEG-Untersuchungen haben klinische Psychologen an der Jenaer Universität die veränderten physiologischen Zustände des Gehirns unter Hypnose nachgewiesen, die in der Analgesie und Anästhesie eine Schmerzausschaltung bewirken. Ärzte, die mit Hypnose in der Schmerzbehandlung oder in der Anästhesie arbeiten, können aus diesen Ergebnissen weiterführende und modifizierte Behandlungskonzepte entwickeln.

Forschungsergebnisse aus der Praxis

Die I-GTH e.V. (Internationale Gesellschaft für Integrative Tiefenpsychologische Therapie in Hypnose und Hypnoseforschung e.V.) veranstaltet regelmäßig Kongresse und veröffentlicht Publikationen praktizierender Hypno-Therapeuten und Coaches, die in eigenen Fallstudien Wirksamkeit und positiven Einfluss von Hypnose belegen.

Der Forschungsdrang der Wissenschaft auf dem spannenden Gebiet der Hypnose ist nach wie vor besonders ausgeprägt. Die hier angesprochenen, dargestellten Forschungsergebnisse und -methoden sind nur ein kleiner Teil der wissenschaftlichen Hypnose-Forschung. Sie weisen nur auf einige der unzähligen Möglichkeiten und Einsatzgebiete der Hypnose hin, unterstreichen indessen die vielen Perspektiven, die sich mit Hypnose und Hypnotherapie eröffnen.